Bauchtanzlexikon - Alles über Bauchtanz

Hier soll ein Lexikon mit Schwerpunkt Orientalischer Tanz entstehen.
Es ist noch in Arbeit und wird mit der Zeit immer weiter ausgebaut.

A

Abaya

Saudikleid, welches beim Tanzen des Khaligy über einer Galabia getragen wird. Reich bestickt, aus dünnem Stoff z.B. Chiffon. Das Vorderteil überlang, so dass es oft angehoben wird und mit in den Tanz einbezogen werden kann.

Aiwa

Wird bei großer Begeisterung für Tänzerin oder Musiker gerufen.

Amani

Orientalische Tänzerin aus dem Libanon.
Heute eine der bekanntesten libanesische Tänzerin unserer Zeit. Begann als Teenager mit dem Tanzen und tritt Seit 1987 als professionelle T änzerin auf. Bedingt durch die Schwierigkeiten durch den Bürgerkrieg in ihrem Heimatland arbeitete sie nicht nur im Libanon, sondern auch viel im Ausland. Ihr Stil ist - wie bei vielen anderen libanesischen Tänzerinnen auch - von Nadia Gamal beeinflußt und beinhaltet auch viele westliche Elemente. Sie hat verschiedene CDs/DVDs auf den Markt gebracht und organisiert jährlich ein Festival für orientalischen Tanz im Libanon.

Amr Diab / Amre Diab /Amro Diab

Geboren: 11. Oktober 1961 in Port Said, Ägypten.
Einer der erfolgreichsten Sänger Ägyptens.
Gewann 1998 und 2002 den "World Music Award", für den bestverkauften Sänger in der arabischsprachigen Welt.
Spielte schon in vielen arabischen Filmen mit.
Stammt aus einer Künstlerfamilie und wurde von seinem Vater schon sehr früh zum Singen ermutigt und gefördert
Sang mit 6 Jahren Amr Diab im lokalen Radio von Port Said die ägyptische Nationalhymne und wurde vom Gouverneur der Stadt dafür mit einer Gitarre belohnt, weil er so gut sang.
Kurz nach Beendigung seines Musikstudiums 1985 erschien sein erstes Album.
Erst war seine Musik im Shabi – Stil, später entwickelte er sich mehr zu einem Stil hin, der in Ägypten als "mediterran" bezeichnet wird, und sich sehr an westlichem Disco-Pop orientiert

Arabeske

Aus dem Ballett stammende Bewegung und dazugehörende Bezeichnung. Die Tänzerin geht mit einem Bein auf Halbspitze, streckt dabei das andere Bein nach hinten. Die Armpositionen hierfür können unterschiedlich sein. Diese Bewegung ist oft mit einer Viertel – oder Halbdrehung kombiniert und kann vorwärts und rückwärts (Badobeske) ausgeführt werden.
Es gibt auch die kleine Arabeske. Hierbei bleibt die Tänzerin auf flachem Fuß und legt den Fuß des Spielbeines gestreckt, hinten am Knöchel des Spielbeines an.

Arabischer Grundschritt

In Berlin auch unter dem Namen „Wald und Wiese“ bekannt.
Er setzt sich aus 4 Schritten zusammen: rechts vor, links am Platz, rechts zurück, links am Platz. (Kann natürlich auch mit links begonnen werden).
Dieser Schritt ist sehr gut zu variierten, da er mit unzähligen Hüft, Schulter und Armbewegungen kombiniert werden kann. Er kann auf flachen Füßen oder halber Spitze getanzt werden.

Arme, ägyptische

Häufig auch klassische Arme genannt. Ein Arm wird vor dem Körper gehoben, der Andere gleichzeitig gesenkt. Dabei zeigt beim Heben der Handrücken nach vorn und beim Senken die Handfläche.

Ayoub/Zar

Rhythmus zum 2/4 – Takt. Kann sehr langsam oder auch schnell gespielt werden. Wird  häufig am Ende eines Stückes (Finale) mit Temposteigerung eingesetzt.
Wird er Langsam und schwerfällig gespielt bekommt er einen mystischen Charakter. Er heißt dann Zar und findet noch heute Verwendung bei Derwisch- und als Bestandteil der rituellen Zar-Zeremonie.
 
B

Baladi

Sehr beliebt bei den Orientalen, da es der Ägyptisch arabischer Tanz des Volkes. Stil des Tanzes von Kairo und dem mittleren Nildelta, wie er im Volk getanzt wird. Übersetzt heißt er "meine Stadt, mein Land". Charakteristisch für den Tanz ist seine bodenständige und erdige Umsetzung und eine ganz bestimmte Art der Sinnlichkeit.. Beim Baladi zieht die Tänzerin ein durchgängiges Kleid / Gelabeya an, oder bei einem Zweiteiler auf jeden Fall ein Bauchnetz.

Baladi-Rhythmus

Rhythmus auf den 4/4 – Takt. sowohl ein Rhythmus als auch ein Musikstil aus Ägypten, der aus verschiedenen Rhythmen besteht.

Bauchflattern

Eine flatternde Bewegung der Bauchdecke.
Es gibt hierfür verschiedene Techniken.
Entweder schnelles herein und heraus – ziehen der Bauchmuskeln (herbei soll laut einiger Tänzerinnen normal weiter geatmet werden), oder der Bewegungsansatz im Zwerchfell. Dabei ist die Bauchdecke eingezogen, das Zwerchfell flattert und die Bauchdecke vibriert mit. (hierbei wird der Atem angehalten)

Bauchrolle / Bauchwelle

Hierfür erfordert es die isolierte Beherrschung der Kontrolle der oberen und unteren Bauchmuskeln.  Die Bauchrolle setzt unter den Rippen an und rollt von oben nach unten, bis zum Unterleib: oben einziehen, unten raus und dann nach und nach immer weiter unten einziehen und oben schrittweise wieder herausstrecken. Dies ist auch umgekehrt möglich. Die Bauchrollen von unten nach oben.

Bauchtanz / Orientalischer Tanz

Orientalischer Tanz Raks Sharki - Bauchtanz oder Orientalischer Tanz?
Viele Tänzer verwehren sich gegen die Bezeichnung Bauchtanz. Das liegt wohl darin begründet, dass dieser Begriff es eigentlich nicht ganz trifft.
Die gebräuchlichere Bezeichnung "Bauchtanz" leitet fehl in der Annahme, nur der Bauch würde sich bewegen. Vielmehr ist der ganze - gezielt
isolierte -Körpereinsatz gefragt. Schultern, Hüften, Po, Kopf, Arme, Hände, Brustkorb usw. Aber eigentlich kann man schon beide Begriffe
synonym verwenden.
Auch viele englischsprachige Tänzerinnen verwenden lieber den Begriff "middle eastern dance" oder auch "oriental dance", auch im französischen Sprachraum kam zur ursprünglichen Bezeichnung "danse du ventre" der Ausdruck "danse orientale" dazu.
"Bauchtanz" kommt von dem französischen "Danse du ventre" und wurde dann mit "Bellydance" ins Englische und Amerikanische übertragen.
Der arabische Name des klassischen Bauchtanzes, "Raks sharki" (Raqs Sharqi), bedeutet "Orientalischer Tanz" oder "Tanz des Ostens", wobei das aus dem Assyrischen stammende Wort "Rakadu" (feiern) soviel heißt wie "sich freuen" oder "feiern".
Man sagt er sei eine künstlerische Weiterentwicklung des volkstümlichen Tanzes welcher als "Raks Baladi" bezeichnet wird. In Persien (Iran) spricht man vom "Raks Arabi" oder einfach als "Arabic Dance". In Griechenland gibt es den "cifte telli", in der Türkei den "gobek dans" (tanz des Bauches) oder "rakkase".
Die Musik spielt hierbei eine große Rolle. Sie ist sehr abwechslungsreich und
bietet viele Interpretations- und Umsetzungsmöglichkeiten. So erfährt man das Gefühl mit der Musik im Einklang zu sein und sie mit dem Körper darzustellen.

Beckenkippen

Das Becken kann seitwärts, oder vorn hoch und runter gekippt werden. Knie sind durchlässig und werden für das seitwärts Kippen wechselseitig leicht gestreckt und gebeugt (immer leicht gebeugt bleiben).
Das Becken wird vorwärts gekippt, indem das Steißbein nach vorn bewegt wird und dabei die Hüftknochen nach innen gezogen werden.
Dies kann man bei recht lockeren Muskeln machen (für schnelles Tempo), aber auch unter Einsatz der Bauch und Gesäßmuskeln. Nach vorn – Muskeln anspannen, zurück – Muskeln locker lassen. Je nachdem was im Tanz gewollt ist wirkt es unterschiedlich.

Bellydance

Amerikanische Bezeichnung für den orientalischen Tanz. Übersetzung des von Zola geprägten französischen Begriffes "Dance du ventre", hier also Bauchtanz.

Bodentanz

Oft akrobatische Bewegungen verbunden mit Bauchtanzbewegungen am Boden.
Der Ursprung und der Einsatz ist unter Tänzern umstritten. Einige sagen dies kommt ursprünglich von den niedrigen Beduinenzelten, hier war der Bewegungsspielraum am Boden größer als im Stehen.
Einige finden es im normalen Rahmen anzüglich sich vor dem Pblikum auf den Boden zu begeben. So wird es von Manchen nur als Kunstform auf der Bühne eingesetzt.
In jedem Fall ist es legitim zu Boden zu gehen, wenn man etwas auf dem Kopf balanciert. Z.B. beim Leuchtertanz, mit dem Stock oder beim Säbeltanz.

C

Chiftetelli

Türkischer Folkloretanz mit gleichnamigen, dazugehörigen Rhythmus
Auch in Griechenland gibt es diesen Begriff.

Choreographie

Ein in seinen Bewegungsabläufen und Figuren und Raumwegen festgelegter Tanz, im Gegensatz zur Improvisation.

Choreograph / Choreographin

Übersetzt Tanzgestalter/in. Der/diejenige, der einen Tanz auf eine bestimmte Musik  entwickelt und festlegt. Hierbei werden Bewegungsabläufe und Raumwege klar definiert.. Der Choreograph sollte bei Aufführungen immer genannt werden, da der Tanz sein künstlerisches und geistiges Eigentum ist.

D

Dance traditionelle arabe

Französische Bezeichnung für Orientalischer Tanz.

Danse du Ventre

Die französische Bezeichnung für den orientalischen Tanz, übersetzt "Tanz des Bauches", also unserem Begriff Bauchtanz gleich.

Darabukka / Darbuka / Derbouka

Nordafrikanische Handtrommel, die kelchförmig gearbeitet ist, aus Ton gefertigt und mit Ziegen- oder Fischhaut bespannt, je nach Region. In Ägypten wird sie auch Tabla genannt.

Dina

Orientalische Tänzerin aus Ägypten.
Geb, 1966, Schülerin von Ibrahem Akef (Onkel von Naima Akef) und Raqia Hassan-
Sie ist vor allem für ihre extravaganten und zum Teil sehr gewagten Kostüme bekannt
International Trendsetterin für die orientalischen Tanzszene wegen ihres Tanzstiles mit seinen knackigen, akzentuierten und feinen, kleinen Bewegungen. Heute gehört sie zu den Topstars und absoluten Spitzenverdienern der orientalischen Tanzszene in Ägypten.

Doppelschleier

Fantasy  - Tanz mit zwei Schleiern.
Hierbei stehen die Person und auch das Kostüm eher im Hintergrund.
Haupt - Akteure sind die Schleier, die Figuren, Formen und Bilder in die Luft zaubern. Mehr dazu unter „Schleier“

F

Fellahi

Bauerntanz aus Ägypten, der das tägliche Leben symbolisiert, somit sind die typischen Accessoires, Krug (zum Wasserholen) oder Korb (zum Transport). Der Ausdruck der alltäglichen und Freude ist Hauptbestandteil dieses Folkloretanzes. Bedeutet so viel wie "bäuerlich".
Gleichnamiger Rhythmus

Fifi Abdo

 Orientalische Tänzerin aus Kairo.
Karrierebeginn in den 70er Jahren  Karriere.
Seit den 80er Jahren gilt sie als eine der bekanntesten und best bezahltesten Tänzerinnen Ägyptens
Wirkte in zahlreichen Filmen mit.
 Tanzstil: locker, erdig, und mit viel Power. Bekannt ist sie vor allem für ihren Baladi.

Folklore

bedeutet so viel wie mündlich überlieferte Volkskunde. Also die alten, ursprünglichen Tänze des Volkes.

H

Hakim

Zeitgenössischer, arabischer Popsänger. 1962 in der südlich von Kairo gelegenen Kleinstadt Maghagha. Sohn eines Bürgermeisters.
Erste Alben besonders im "Shaabi" - Stil.
Hakim hat den ägyptischen Shaabi - Stil an die Machart des globalen Pop angepasst.
Wie viele Ägypter wurde er dabei vor allem von Ahmed Adaweyah inspiriert, dem Star dieses von Folklore und klassischer ägyptischer Musik inspirierten Genres.
"Seine Landsleute nennen ihn respektvoll den "Löwen von Ägypten"
Mit 14 Jahren gegründeter seine erste eigene Band.
Sang gern vor einem großen Publikum im Café. Es folgten Auftritte auf Hochzeitsfeiern und in den Ramadan-Zelten während des Fastenmonats.
Allerdings konzentrierte sich Hakim nicht immer ausschließlich auf seine Musikkarriere.  Auf Wunsch seines Vaters, Abschluss im Fach Verkehrswesen an der Universität .
Anschließend beginnt seine Gesangskarriere.

L

Lucy

Orientalische Tänzerin aus Ägypten. Topstar der heutigen ägyptischen Tanzszene.
Neben dem Tanz ist sie auch Sängerin und Serien-Darstellerin. Ihr Mann besitzt den Nachtclub Parisianna, in welchem sie regelmäßig auftritt. Sie zeigt nicht nur Raqs Sharqi, sondern auch Folklore und verwendet immer häufiger auch westliche Elemente in ihrem Tanz.

M

Mahmoud Reda

Choreograph aus Ägypten. Begründer des ersten ägyptischen Folklore - Ensembles, der weltweit bekannten Reda - Truppe, die in insgesamt 58 Ländern auftrat.
Er reiste Jahrelang durch die einzelnen Ursprungsgegenden der verschiedenen ägyptischen Folklore-Tänze studierte und dokumentierte sie, um sie dann in künstlerisch adaptierter Form auf die Bühne zu bringen.
Sein typischer, vom Ballett geprägter Tanzstil hat viele TänzerInnen geprägt und ist heute als Reda - Stil bekannt. Für seine Arbeit und besonderen Verdienste um die ägyptische Folklore wurde er mehrfach von verschiedenen arabischen Ländern und Institutionen ausgezeichnet:

Mona Said

Bekannte Orientalische Tänzerin der ägyptischen Tanzszene in den 70er/80er Jahren zu den.
Ihr Stil war elegant und kraftvoll. Arbeitete sie in zahlreichen 5-Sterne-Hotels In Kairo und beeinflusste zahlreiche Tänzerinnen von damals und heute. Lebte viele Jahre in London, führte dort einen großen arabischen Nachtclub, in dem sie auch regelmäßig auftrat. Nach einem kurzen Come-Back Anfang der 90er Jahre zog sie sich danach endgültig von der Bühne zurück. Mona lebt und unterrichtet bis heute in Kairo.

N

Nadia Gamal

eine der bekanntesten, oder sogar die bekannteste Orientalische Tänzerin aus dem Libanon
Geboren 1937 (Alexandria) , gestorben: 1990 (Libanon)
(nicht zu verwechseln mit Samia Gamal)
Wie viele andere begann auch sie ihre Karriere im Casino von Badia Masabni, ging dann aber in den Libanon.
Studierte neben orietalischem Tanz auch Ballet, Modern Dance und Jazz und ließ Elemente davon in ihren Tanz einfließen. Nadia Gamal gilt bis heute als Vorbild vieler Tänzerinnen und hat den libanesischen Stil stark beeinflusst.

Nagwa Fuad

Geb. 1930er Jahre (Haifa, Palästina)
Gehörte zu den bekanntesten Tänzerinnen der 70er/80er Jahre. Galt als typische Bühnen-Tänzerin und als vielseitig und innovativ. Durch ihre ausgefeilten Bühnenshows, für die sie eigens ein eigenes Ensemble gründete und sowohl Raqs Sharqi wie auch Folklore zeigte, verschaffte sie dem orientalischen Tanz Respekt und Anerkennung und war darum sehr beliebt in Kairo.

Nesrin Topkapi

Geboren 1952 (Türkei)
Eine der bekanntesten Tänzerinnen der Türkei in den 80er Jahren.
Stammt aus einer Künstlerfamilie (Mutter Tänzerin, Vater Schauspieler). Eine der wenigen - wenn nicht die einzige Tänzerin, welche in der Türkei aufgrund ihrer künstlerischen Arbeit gesellschaftliche Akzeptanz und Anerkennung fand.
Lebte einige Jahre in London und hat sich dort einen Namen gemacht, um dann in die Türkei zurück zu gehen. 1979 trat sie als erste Tänzerin öffentlich im Fernsehen auf, was zu überregionaler Bekanntheit und Popularität in der Türkei führte. Nesrin Topkapi zog sich in den 80er Jahren aus dem Showgeschäft zurück, unterrichtet aber bis heute in Istanbul Orientalischen Tanz an der Universität und ihn ihrem eigenen Studio.

O

Oum Kalthoum / Umm Kalthum / Oum Kalsoum

1904 geboren größte arabische Sängerin aller Zeiten,(sprich: umkul'sum)

Um nicht gegen geltende Moralvorstellungen zu verstoßen trat sie in ihrer Jugend als Junge verkleidet in den Cafés ihres Dorfes auf. Dort trug das halbwüchsige Beduinenmädchen gesungene Gedichte vor.
Oum Kalsoum besaß eine Ausbildung in religiösem Gesang die auch mit bewirkte, dass sie die gesamte Bandbreite der Gefühle ihrer Zuhörer berühren konnte.
Begann in den 1920ern in Kairo für ein städtisches und säkulares Publikum zu singen und machte eine Blitzkarriere.
 Mit 30 Jahren, trat sie vor dem damaligen ägyptischen König Fuad auf
Ihr Markenzeichen war das Tragen einer Sonnenbrille, statt Verschleierung des Gesichtes.
Mit den Jahren wurde sie zum verbindenden Idol des arabischen Volkes.
Repertoire überwiegend dramatische Liebeslieder, später auch manch nationalistische Hymne. Komponist ihrer Stücke war häufig Ahmad Rami
Manche dieser epischen Werke dauerten mehr als eine Stunde, und steigerten sich ins Hochdramatische, was die Zuhörer zu emotionalen Ausbrüchen trieb, wie sich auf ihren Live-Aufnahmen aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren nachhören lässt.
Trotz tiefer Verwurzelung in die arabischen Tradition, steht Oum Kalthoum für eine behutsame Erneuerung der arabischen Musik. Als sie das Stück "Enta Omri" ("Du bist mein Leben") ihres ägyptischen Kollegen Mohammed Abd-el Wahhab sang, setzte sie sogar erstmals elektrische Instrumente ein, was ihr auch Kritik einbrachte. Dennoch wurde ihr hoher Rang nicht verändert.
Heute werden Kurzversionen ihrer Lieder instrumental oder auch mit Gesang und auch Zusammenschnitte der schönsten Instrumentalzwischenspiele von Bauchtänzerinnen als anspruchsvolle Kunstform vertanzt.
Suheir Saki gilt als erste Tänzerin, welche die Lieder von Oum Kalsoum tänzerisch interpretierte.

R

Repertoire

Französischer Ursprung. Heißt Vorrat einstudierter Stücke. Aus Sicht der Bauchtänzerin bedeutet dies, wie viele verschiedene Tanzstile und Tanzarten sie performen kann.

S

Schleier - Schleiertanz

Der Schleier ist aus fließendem, oft durchschimmerndem Stoff.
z.B. Seide, Chiffon oder Organza.
Er sollte so breit sein, daß bei straffem Halten mit seitlich
ausgestreckten Armen, an beiden Seiten ca 10-15 cm überhängen.
Die Länge reicht ca. vom Kopf bis zu den Knien. Am besten fliegt er,
wenn er halbmondförmig geschnitten ist.
Es gibt allerdings auch Tänze in denen größere, rechteckige Schleier
besser geeignet sind.
Der Schleier bietet im Tanz sehr viele Möglichkeiten.
Man kann mit einem Schleier, Doppelschleier, oder sogar mit drei und
mehr Schleiern tanzen. Hierbei stehen die Person und auch das Kostüm eher im Hintergrund.
Haupt - Akteure sind die Schleier, die Figuren, Formen und Bilder in die Luft zaubern.

In der Praxis wird der Schleier sehr häufig in der Ouvertüre, also im ersten, meist klassisch orientalischen Tanz, dem Raks Sharqi zum Reinkommen verwendet und nach einer Weile abgelegt.
Allerdings wird er nicht, wie manchmal irrtümlicherweise angenommen, vor dem Gesicht zum Verhüllen getragen ;-) , sondern als aktives Tanzelement geworfen, geschwungen, gekreist und um den Körper drapiert.
Dabei ist er fast immer in Bewegung.
Des Weiteren wird der Schleier gern in Fantasy - Tänzen verwendet. Dann tanzt man das ganze Stück mit einem oder mehreren Schleiern durch. Hierzu kann getragene, schnelle, dramatische, sanfte, moderne oder ganz klassische Musik verwendet werden.

Saidi
Stocktanz

Hierbei Handelt es sich um einen Tanz folkloristischen Ursprunges.
Der Saidi kann mit Stock, aber auch ohne getanzt werden.
Ursprünglich wurde dieser Tanz hauptsächlich von Männern getanzt, allerdings mit dickerem, weniger verziertem Stock, welcher gerade und ohne Henkel ist.
Inzwischen verwenden die Frauen meißt einen Stock, der ähnlich wie ein Spazierstock geformt ist.
Häufig ist er silbern, golden und/oder bunt verziert und wird darum von nicht- Tänzern oft für ein 20er Jahre Showtanzelement gehalten...
Man fasst ihn einhändig am nicht-gebogenen Teil, oder beidhändig.
So kann man ihn kreisend oder in Achterschwüngen vor und neben dem Körper bewegen, oder auch über dem Kopf.
Es gibt auch viele spielerische Elemente, wie den Stock auf dem Boden oder dem eigenen Körper auftippen zu lassen, den Stock aufstellen und herumtanzen und und und... Der Frauenstocktanz entstand, weil diese die Männer imitierten und auf diese Weise auch persiflierten.

Sha'bi / Shaabi / Shaábi

Der Durchbruch für Shaabi - Musik erfolgte 1971
Im Gegensatz zum Pop, der oft aus harmlose Schnulzen besteht, ist Shaabi frech, respektlos – und vor allem politisch.
folkloristischer Sound der arabischen Straße, geprägt von volkstümlichen Rhythmen und Melodien. Von gebildeten Ägyptern wird das Wort meist mit einem abschätzigen Beiklang ausgesprochen, so, wie man in Deutschland "Schlager" sagt.
 Unsetzung im Tanz: ländlicher, ursprünglicher Stil des Raqs Sharqi: erdig, kraftvolle Hüftbewegungen, Ruhe und Zentriertheit von Oberkörper und Kopf, integrierte Arme, ganzheitliche Bewegungen.  

R

Raks Sharki / Raqs Sharqi / Raqs Sharqe

Orientalischer Tanz Raks Sharki - Bauchtanz oder Orientalischer Tanz?
Viele Tänzer verwehren sich gegen die Bezeichnung Bauchtanz. Das liegt wohl darin begründet, dass dieser Begriff es eigentlich nicht ganz trifft.
Die gebräuchlichere Bezeichnung "Bauchtanz" leitet fehl in der Annahme, nur der Bauch würde sich bewegen. Vielmehr ist der ganze - gezielt
isolierte -Körpereinsatz gefragt. Schultern, Hüften, Po, Kopf, Arme, Hände, Brustkorb usw. Aber eigentlich kann man schon beide Begriffe
synonym verwenden.
Auch viele englischsprachige Tänzerinnen verwenden lieber den Begriff "middle eastern dance" oder auch "oriental dance", auch im französischen Sprachraum kam zur ursprünglichen Bezeichnung "danse du ventre" der Ausdruck "danse orientale" dazu.
"Bauchtanz" kommt von dem französischen "Danse du ventre" und wurde dann mit "Bellydance" ins Englische und Amerikanische übertragen.
Der arabische Name des klassischen Bauchtanzes, "Raks sharki" (Raqs Sharqi), bedeutet "Orientalischer Tanz" oder "Tanz des Ostens", wobei das aus dem Assyrischen stammende Wort "Rakadu" (feiern) soviel heißt wie "sich freuen" oder "feiern".
Man sagt er sei eine künstlerische Weiterentwicklung des volkstümlichen Tanzes welcher als "Raks Baladi" bezeichnet wird. In Persien (Iran) spricht man vom "Raks Arabi" oder einfach als "Arabic Dance". In Griechenland gibt es den "cifte telli", in der Türkei den "gobek dans" (tanz des Bauches) oder "rakkase".

Raqia Hassan / Orientalische Tänzerin aus Ägypten

Raqia war Mitglied der Reda-Truppe (im Ensemble und als Solo-Tänzerin) und erhielt dort ihre grundlegende Technik als. In den 70er/80er Jahren trainierte sie bereits mehrere berühmte Tänzerinnen und entwarf Choreographien für sie, darunter u.a. Azze Sherif, Mona Said, Nelly Fuad und in den 90er Jahren dann Dina und prägte den „neuen“ ägyptischen Tanzstil.
Heute ist sie Organisatorin des Ahlan-Wa-Sahlan-Festivals in Kairo und eine weltweit gefragte Choreographin und Dozentin für den modernen ägyptischen Stil. Gab mehrere Unterrichtsvideos und eigene Cd-Produktionen für Orientalischen Tanz heraus.

Z

Zimbeln

Zimbeln sind kleine Schellen, die jeweils an Mittelfinger und Daumen getragen werden. Dieses Schlaginstrument hat eine lange Tradition.
Schon im alten Ägypten, auf Kreta und in Griechenland wurden sie verwendet. Heutzutage sind Zimbeln aus Metall, aber früher wurden sie
aus Holz hergestellt.
Sie werden von Tänzerinnen verwendet, um sich selbst beim Tanzen zu begleiten. Allerdings gibt es auch innerhalb großer Orchester Musiker, die zimbeln. Hierbei sind die Zimbeln allerdings größer, als die der Tänzerin.

 


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